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Veröffentlicht am: 10.03.2025

Lesezeit ca. 6 Min.

Ideenmanagement: Gute Einfälle als Ressource nutzen

Gemeinsam besser werden

Was haben Mehrweg-Verpackungen für FlexWall®-Behälter, gedruckte Ersatzteil-Etiketten und regelmäßige Mario Kart-Turniere gemeinsam? Ganz einfach: Sie alle gehen auf gute Ideen aus unserer Belegschaft zurück. Kubota Brabender Technologie hat engagierte und kompetente Mitarbeiter, die mitdenken; unser Ideenmanagement erlaubt es uns, ihre wertvollen Ideen zu Verbesserungen zu sammeln, zu bewerten und umzusetzen.

„Keiner von uns ist so klug wie wir alle.” Was Autor und Unternehmer Ken Blanchard prägnant zusammenfasst, ist der Grundgedanke des Ideenmanagements. Wir suchen fortwährend nach Möglichkeiten, effizienter, moderner und besser zu werden – und eine bedeutende Rolle spielen dabei die Einsichten unserer Mitarbeiter.

Der hohe Wert der Ideen

Niemand weiß so viel über unsere Produktionsprozesse, Arbeitsverfahren und Abläufe wie unsere Mitarbeiter. Kubota Brabender Technologie betreibt Ideenmanagement (kurz IM), um ihr detailliertes Wissen und ihre Kreativität gezielt zu nutzen. Indem wir Verbesserungsvorschläge sammeln, auswerten und umsetzen, profitieren wir von den Einsichten und Ideen, die unsere Mitarbeiter aufgrund ihrer täglichen Praxiserfahrung entwickeln. So können wir unter anderem betriebliche Einrichtungen verbessern, die Organisation optimieren, Prozesse vereinfachen, Ressourcen einsparen und Arbeitsschutz und Kommunikation verbessern. Unsere Erfahrungen mit betrieblichem IM sind ausgesprochen positiv. Dank unserer aktiv mitdenkenden Belegschaft haben wir im Laufe der Jahre zahlreiche wertvolle Ideen erhalten und viele positive Änderungen umgesetzt.

Setzkasten-Mehrwegsystem für Verpackungen

Ausgezeichnetes Beispiel für eine bedeutende positive Änderung dieser Art: das Mehrwegsystem für Verpackungsmaterialien, das wir gemeinsam mit einem unserer Lieferanten entwickelt haben. Früher erhielten wir die Gehäuse und Behälter für unsere FlexWall®-Dosierer aufwändig in Wickelfolie eingepackt und mit Hölzern auf Paletten gestapelt. Nicht nur, dass dabei große Mengen Plastikmüll anfielen – die Bauteile waren auch nicht ausreichend gegen Verrutschen gesichert.

Ein Mitarbeiter regte an, stattdessen ein Mehrwegsystem für das Verpacken der Bauteile zu nutzen, bei dem passgenau geformte Verpackungselemente zum Einsatz kommen. Das Ideenmanagement-Team und die Leitung der Fachabteilung griffen diesen ausgezeichneten Gedanken auf, entwickelten ihn weiter und konnten ihn in enger Zusammenarbeit mit dem Lieferanten verwirklichen. Heute werden FlexWall®-Behälter mit maßgefertigten, 3D-gedruckten Verpackungsaufsätzen an den Ecken fixiert, im Stecksystem aufeinander gestapelt und gemeinsam auf eine Euro-Palette gepackt. Die Aufsätze, die im Mehrwegsystem zwischen unserem Zulieferer und uns zum Einsatz kommen, erlauben das sichere Stapeln und verhindern Verrutschen oder Beschädigung beim Transport. Das neue System bietet höhere Standsicherheit und vermeidet erhebliche Mengen an Verpackungsmüll – ein Erfolg, den die zündende Idee des Mitarbeiters und die konstruktive Zusammenarbeit mit unserem Zulieferer ermöglicht haben.

Momentan prüfen wir gemeinsam mit einem weiteren Lieferanten, ob sich das Setzkasten-Mehrwegsystem auch für die Verpackung der Doppelwellengetriebe unserer DSR- und DDSR-Dosierer eignet. Die beim FlexWall® bewährte Lösung ist nicht für alle Bauteile umsetzbar – die empfindlichen Wägezellen zum Beispiel erfordern besondere Verpackungsmaßnahmen für den sicheren Transport. Für viele weitere Bauteile jedoch kann dieses System möglicherweise eine zukunftsfähige Alternative sein.

Kleine Bauteil-Änderung – große Wirkung

Wieviel eine vermeintlich kleine Änderung bewirken kann, zeigt der Vorschlag eines Mitarbeiters, einen Rohrklemmsatz anzupassen, um die Montage zu erleichtern. Bislang steckten Monteure Schrauben von oben durch das Bauteil, um sie unten mit Muttern zu verschrauben. Da der Platz für diesen Arbeitsvorgang jedoch aufgrund der Gerätegeometrie äußerst begrenzt ist, kommt es immer wieder zu Problemen. Aufgrund der Anregung eines Monteurs werden Vierkant- und Rundloch in Zukunft getauscht und die Bauteile so gefertigt, dass Schrauben von unten eingesetzt und problemlos oben befestigt werden können. Die Folge: erhöhte Produktivität, mehr Arbeitssicherheit und deutlich weniger Frustration bei Monteuren.

Schneller, sauberer, sicherer: Manschetten-Schneideschablone

Nicht nur den Lösungsvorschlag, sondern direkt auch seine technische Umsetzung hat ein Mitarbeiter übernommen, der das Schneiden der Manschetten für den Auslauf unserer Dosierer zu umständlich fand. Die flexiblen Manschetten werden als Meterware geliefert; statt sie weiterhin einzeln abzumessen und dann zu schneiden, baute der erfindungsreiche Mitarbeiter kurzerhand eine Schneidevorrichtung mit Schablone. Nun legt man die Meterware einfach auf die Schablone – und durch Schließen der Vorrichtung wird sie präzise in der erforderlichen Länge abgetrennt. Dieser zündende Einfall hat den Arbeitsvorgang wesentlich beschleunigt und vereinfacht. Auch die Sicherheit bleibt nicht außen vor; die Vorrichtung ist so konstruiert, dass Anwender sich nicht daran schneiden können.

Kluge Einfälle für alle Bereiche

Die Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiter betreffen alle Unternehmensbereiche und Themengebiete. Eine bedeutende Änderung dreht sich etwa um die Tüten, in denen Ersatzteile und lose Teile wie Schrauben verschickt werden. Bis vor einigen Jahren haben Mitarbeiter diese Tüten von Hand beschriftet; nun werden Listen und Etiketten direkt aus dem Warenwirtschaftssystem generiert und mit einem Etikettendrucker ausgedruckt. Eine deutliche Zeitersparnis, weniger fehleranfällig und professioneller im Außenauftritt.

Im Sommer schützt – auf Anregung eines Mitarbeiters hin – eine spezielle Sonnenschutzfolie die Mitarbeiter in Produktionshalle und Büros vor zu starkem Sonneneinfall, grellem Licht und übermäßiger Hitze. Und mittlerweile kaufen wir kein Sägemehl mehr zur Absorption ölhaltiger Flecken, sondern setzen die Späne ein, die in der Packerei beim Zusägen der Versandkisten anfallen. Sowohl im Einkauf als auch der Entsorgung sparen wir so Aufwand und Kosten. Erforderlich waren lediglich das Anpassen der Arbeitsabläufe im Unternehmen… und eine zündende Idee.

Team Building mit Mario Kart-Turnieren

Nicht alle umgesetzten Ideen sind strikt auf die Arbeit bezogen. So wird jetzt einmal im Quartal der letzte Donnerstag im Monat zum Mario Kart-Turnier. Nach der Arbeit treffen sich spielbegeisterte Mitarbeiter im Meetingraum Duisburg. Die Spielekonsole wird privat gestellt, und die leistungsstarken Beamer, die sonst für Meetings eingesetzt werden, lassen Mario, Luigi, Peach und Co. eindrucksvoll über die Rennstrecke rasen. In entspannter und lockerer Atmosphäre klingt so der Arbeitstag in guter Gesellschaft aus – ein Spaß, der Mitarbeiter aus allen Abteilungen zusammenbringt.

Ideen sammeln

Mitarbeiter von Kubota Brabender Technologie, die einen Verbesserungsvorschlag haben, können ihn direkt per Mail an die acht Mitglieder des IM-Teams schicken. Zudem stehen in der Produktionshalle und im Foyer Kästen bereit, in die sie Ideen einwerfen können. Die Vorschläge sollen Problem und angedachte Lösung kurz, aber aufschlussreich beschreiben – gerne auch mit verdeutlichenden Skizzen oder anderen Unterlagen. Besonders wichtig ist: Jede eingereichte Idee muss nicht nur ein Problem, sondern auch eine mögliche Lösung beschreiben. Dabei können und sollen die Vorschläge durchaus über den eigenen Aufgabenbereich des jeweiligen Mitarbeiters hinausgehen.

Der Weg zur Umsetzung

Natürlich kann nicht jede Anregung aufgegriffen werden. Bevor ein Vorschlag umgesetzt wird, wird er durch das IM-Team und die zuständige Fachabteilung geprüft und bewertet. Wichtige Kriterien sind dabei neben Nutzen und Praktikabilität auch, wie konkret der Vorschlag ausgearbeitet ist, wie originell er ist, und wie weitreichend die positiven Folgen der angedachten Änderung sein würden. Vorschläge, die Sicherheit oder Gesundheit der Mitarbeiter erhöhen, sind ebenso gern gesehen wie Ideen, die dem Umweltschutz dienen, die Produktivität oder das Arbeitsergebnis steigern, unsere Außendarstellung verbessern oder die Motivation der Mitarbeiter stärken.

Ist eine Anregung nützlich, praktisch umsetzbar und positiv für das Unternehmen, muss sie nur noch von der Geschäftsführung für gut befunden werden, ehe es an die Umsetzung geht. Um den Einsatz unserer Mitarbeiter zu würdigen, prämieren wir umgesetzte Vorschläge dabei je nach Auswirkung der Idee: Je höher der Nutzen, desto höher die Prämie. Im Jahr 2024 wurden 28 Vorschläge eingereicht – 16 von ihnen erhielten eine Prämie.

Engagement und Erfindungsgeist

Es ist Kubota Brabender Technologie äußerst wichtig, eine positive Arbeitsumgebung zu schaffen, in der jeder Mitarbeiter gehört, anerkannt und aktiv einbezogen wird. Schließlich sind Unternehmen immer nur so gut wie die Menschen, die in ihnen arbeiten. Deshalb sind wir besonders stolz auf das Engagement, die Kompetenz und den Erfindungsgeist unserer Belegschaft – Eigenschaften, die sich unter anderem in den insgesamt 182 Verbesserungsvorschlägen zeigen, die seit 2019 bei unserem IM-Team eingegangen sind.

Wie funktioniert Ideenmanagement?

Fortschritt und Innovation leben von frischen Ideen. Aber Ideen allein reichen nicht, um wirkliche Verbesserungen zu ermöglichen – damit gute Einfälle in der Praxis Mehrwert bieten können, müssen Ideen in einem Unternehmen systematisch generiert, gesammelt, bewertet, ausgewertet und umgesetzt werden. Genau das leistet das Ideenmanagement.