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Veröffentlicht am: 26.10.2026

Lesezeit ca. 5 Min.

Kubota Gruppe: For Earth, For Life.

Von Eisengießerei zu globalem Konzern

Am Anfang stand eine Vision. Unternehmensgründer Gonshiro Ohde (der später Gonshiro Kubota wurde) war überzeugt: „Wenn man sich wirklich anstrengt, kann man alles erreichen“. Sein Erfolg sollte ihm Recht geben. 1890 gründete der tatkräftige junge Japaner eine Eisengießerei in Osaka; sein Ziel war es, mit seinem Unternehmen einen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft zu leisten. 136 Jahre später ist die Kubota-Gruppe ein globaler Konzern, der die Ideale seines Gründers in über 150 Ländern rund um die Welt lebt.

Entstehen im Anbruch eines neuen Zeitalters

Gonshiro Ohdes Geburt fiel in die ersten Jahre der Meiji-Zeit - einer Zeit des Umbruchs, in der Japan sich unter der Führung von Kaiser Mutsuhito modernisierte. Der Kaiser, der den Ehrennamen Meiji ("aufgeklärte Herrschaft") trug, leitete tiefgreifende politische, soziale und wirtschaftliche Reformen ein, durch die sich Japan von einem isolierten, vorindustriellen Feudalstaat zu einer modernen Großmacht wandelte.

In diesem Zeitalter des Wandels gründete der 19 Jahre alte Erfinder und Unternehmer die Ohde-Eisengießerei.

Eisengießereien, Stahlwerke, Werften und Kohleminen spielten eine Schlüsselrolle bei der industriellen Meiji-Revolution. So auch die Ohde-Eisengießerei. Als einer der ersten japanischen Hersteller, die Wasserrohre aus Eisen in großen Mengen produzieren konnten, leistete das junge Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Wasserversorgung – und so dem Eindämmen der grassierenden Infektionskrankheiten. 1897 nahm Gonshiro Ohde den Familiennamen seiner Adoptivfamilie Kubota an. Sein Unternehmen wurde zu den Kubota-Eisenwerken – und der Rest ist Geschichte.

Unsere Produkte sollen nicht nur technisch hervorragend sein, sondern auch zum Wohl der Gesellschaft beitragen.
Gonshiro Kubota

Technologie mit Verantwortung

Ganz im Sinne seines Gründers ist es noch heute Ziel des Kubota-Konzerns, mit technologischen Lösungen einen Beitrag zum Wohl der Menschen und der Welt, in der sie leben, zu leisten. In Form des Markenstatements "For Earth, For Life" zeigt die Gruppe dieses Bekenntnis schon in ihrem Logo. Unsere Welt steht derzeit vor vielen Herausforderungen - von Abfall und Umweltverschmutzung bis hin zu Ressourcenerschöpfung. Besonders verheerend sind die Auswirkungen in den eng miteinander verknüpften Bereichen Ernährung, Wasser und Umwelt. Mit Produkten und Dienstleistungen, die Probleme in diesen Bereichen angehen, will der Kubota-Konzern der Gesellschaft wirklichen Nutzen bieten und zu einer besseren Zukunft beitragen.

Wie konsequent diese Absicht die Geschichte und Entwicklung des Unternehmens seit seinen Anfängen geprägt hat, verdeutlicht ein Blick auf die Kernkompetenzen von Kubota.

Rohre für sauberes Wasser – und mehr

Im Japan der Meiji-Zeit bestand dringender Bedarf nach einer guten und sauberen Wasserversorgung im gesamten Land, da eingeschleppte Infektionskrankheiten wie Cholera zahlreiche Opfer forderten. Allerdings fehlte das Know-how zur Herstellung von langen, dünnwandigen Gusseisenrohren, die hohem Wasserdruck standhalten konnten; alle benötigten Leitungen mussten importiert werden. Rund vier Jahre lang fertigte Gonshiro Kubota unermüdlich immer wieder neue Prototypen. Schließlich entwickelte er ein Herstellungsverfahren, das zur Grundlage für Modernisierung und Ausbau der Wasserinfrastruktur in Japan wurde. Heute bietet Kubota nicht nur erdbebensichere Verbindungen und Rohrleitungsführungen für Wasserversorger, sondern auch hochwertige Rohrleitungen, Ventile und Pumpen für die Schwer- und Chemieindustrie.

Lösungen für die Landwirtschaft

Das Wohlergehen von Menschen hängt maßgeblich von ihrer Ernährung ab. Landwirtschaft zählt daher sowohl zu den ältesten als auch wichtigsten Wirtschaftssektoren. Kubota hat hier bereits in frühen Jahren Pionierarbeit mit Landmaschinen geleistet, die sich ganz nach den Bedürfnissen der Menschen richten. Ein frühes Beispiel ist etwa der wassergekühlte Dieselmotor in Horizontalbauweise, der damaligen japanischen Landwirten genau den leicht tragbaren, einfach zu bedienenden Antrieb bot, den sie benötigten.

Das aktuelle Kubota-Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen für alle Sektoren der Landwirtschaft. Entwickler besuchen landwirtschaftliche Betriebe und beobachten alle Prozesse, von Pflügen und Bodenbearbeitung über Aussaat bis Ernte und Nachbereitung. Durch intensiven Austausch mit Landwirten können sie praxisnahe Lösungen erschaffen, die dem tatsächlichen Bedarf gerecht werden. So zeichnen sich beispielsweise Kubota-Traktoren durch kompakte Abmessungen, aber auch hohe Leistung und Langlebigkeit aus. Anwender mit langen Arbeitstagen profitieren von ihrem Komfort und ihrer Manövrierfähigkeit, während Anwender, die nicht an das Bedienen von Maschinen gewöhnt sind, ihre einfache und intuitive Bedienbarkeit schätzen.

Lösungen wie UV-Boosting – eine Technologie des französischen Startups UV Boosting, mit dem Kubota eng zusammenarbeitet – sollen ebenfalls zu Ernährungssicherheit beitragen. Diese Technologie behandelt Kulturpflanzen mit hochintensiven UV-Strahlen, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. So sind sie unempfindlicher gegenüber Trockenheit, Frost und Krankheiten, was auch die Notwendigkeit von chemischen Schutzmitteln verringert.

Motoren: Der Herzschlag der Industrie

Kubota begann 1922, Motoren für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke zu fertigen, darunter Antriebe für landwirtschaftliche Maschinen wie Drescher und Pumpen. Bald bot das Unternehmen die erfolgreichen Motoren auch extern an und lieferte sie als OEM-Teile an andere Hersteller.

Heute ist der Konzern bestrebt, leistungsstarke und umweltfreundliche Lösungen zu finden, die die Zukunft der Erde sichern. So hat er etwa im Jahr 2022 nahezu sämtliche Kubota-Dieselmotoren für den Betrieb mit dem synthetischen Kraftstoff HVO freigegeben, der vollständig aus nichtfossilen Quellen stammt und den CO₂-Ausstoß reduziert. Kubota war auch einer der ersten Motorenhersteller, die nach den ersten Abgasvorschriften für Industriemotoren – den "CARB ULG Exhaust Gas Regulations" des US-Bundeststaates Kalifornien – zertifiziert wurden. Seitdem hat das Unternehmen seine Technologien zur Emissionsreduzierung konsequent weiterentwickelt.

Kubota auf einen Blick

  • Gründung 1890 als Ohde-Eisengießerei
  • Sitz in Osaka, Japan
  • Über 52.000 Mitarbeiter weltweit
  • Tätig in über 150 Ländern
  • 207 Tochtergesellschaften
  • Konsolidierter Umsatz 3.018,9 Milliarden Yen (ca. 17 Milliarden Euro)
  • Kernkompetenzen:
    • Wasserleitungen und Rohre
    • Landwirtschaftliche Maschinen und Produkte
    • Industriemotoren
    • Mess- und Wägesysteme
    • Baumaschinen
    • Wasseraufbereitung

Präzise Messinstrumente und Wägesysteme

Das präzise Messen von Rohstoffen ist für die Herstellung hochwertiger Produkte von entscheidender Bedeutung. Dank Kubotas Expertise im Bereich der Gusstechnologie stellte das Unternehmen schon früh Waagen her, die mit hoher Präzision überzeugten. Auf die erste mechanische Standwaage im Jahr 1924 folgten zahlreiche weitere industrielle Messinstrumente und Wägesysteme. Nach dem Krieg halfen sie, die Revitalisierung und Erneuerung des Landes voranzutreiben. Nach der Ölkrise im Japan der 70er Jahre waren sie im wahrsten Sinne des Wortes instrumental für die Massenproduktion. Und in der heutigen informationsgesteuerten Gesellschaft unterstützen sie die digitale Transformation.

Einen besonderen Meilenstein setzte Kubota im Jahr 2022. In diesem Jahr wurde der deutsche Dosierexperte Brabender Technologie – eines der weltweit größten Unternehmen für gravimetrische und volumetrische Dosiersysteme und Austragsvorrichtungen – zu einem Tochterunternehmen des Konzerns. Bereits ein Jahr später konnte die neue Tochter in Zusammenarbeit mit japanischen Kollegen den Kubota NX-Dosierer CE-zertifizieren und auf den europäischen Markt bringen: das erste deutsch-japanische Produkt unter der neuen Marke Kubota Brabender Technologie.

Maschinen für den (Auf)Bau

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Japan die außerordentlich rasche Urbanisierung und Industrialisierung. Eine besondere Herausforderung war dabei der Aufbau einer geeigneten öffentlichen Infrastruktur. Kubota reagierte mit dem Entwickeln von kompakten Baumaschinen wie den ersten Kubota-Minibaggern, die sich selbst für städtische Arbeiten auf beengtem Raum eigneten.

Noch heute bieten Kubota-Baumaschinen mit kleinem Wenderadius und kompaktem Aufbau hohe Leistung auf beengten Baustellen. Geräuscharme Modelle erlauben den Einsatz in der Innenstadt oder nachts. Durch die Kombination von emissionsarmen Motoren mit hoher Aushubleistung sind Geräte wie die Minibagger zudem Vorbilder für die zukünftige Entwicklung von Baumaschinen.

Aufbereitung und Wiederverwertung von Abwasser

Das rasche Wirtschaftswachstum nach dem Krieg machte auch Wasser- und Abfallwirtschaft zu einem drängenden Thema. Seit der Entwicklung von Eisenrohren für die Wasserversorgung ist Kubota der Wasserversorgungsbranche eng verbunden; um in den wachsenden japanischen Ballungsgebieten ein gesundes Lebensumfeld zu erhalten, begann der Konzern im Bereich der Wasseraufbereitung zu forschen und entwickelte Technologien wie unverdünnte aerobe Abwasseraufbereitung und Kontakt-Oxidationsverfahren.

Wasserknappheit und -verschmutzung sind heute ein Problem, das die gesamte Welt betrifft. Der Konzern setzt daher sein langjähriges Know-how ein, um in so vielen Regionen wie möglich für sauberes Wasser zu sorgen, und engagiert sich aktiv in der Aufbereitung und Wiederverwertung von Abwasser und Industrieabwässern. Der moderne Kubota-Membranbioreaktor trennt biologischen Schlamm durch Membranfiltration von Wasser und erlaubt das leichte Gewinnen von klarem, gereinigtem Wasser – preisgünstiger, in weniger Prozessschritten und auf weniger Raum als das herkömmliche Belebtschlammverfahren.

Wir müssen uns mit vollem Einsatz der Entwicklung widmen, um der Gesellschaft zu nützen.
Gonshiro Kubota

Lösungen für eine bessere Zukunft

Seit seiner Gründung im Jahr 1890 hat sich Kubota von Grund auf verändert – und ist doch in einem wesentlichen Punkt gleich geblieben. Von Baumaschinen und Traktoren über Motoren und Präzisionsdosierer bis hin zu Rohren und Wasseraufbereitungssystemen: Der Konzern ist entschlossen, seine Kompetenzen einzusetzen, um Herausforderungen in den Bereichen Ernährung, Wasser und Umwelt zu bewältigen. Damit folgt er dem Vorbild seines Gründers Gonshiro Kubota, der in einer kleinen Eisengießerei technisch hervorragende Produkte schaffen wollte, um zum Wohl der Gesellschaft beizutragen.

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